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Kühtai - Timmelsjoch - Penserjoch - Brenner
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Ewald

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Aus: München
Fahrzeug: Beverly 350 weiß
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PM an Ewald

Kühtai - Timmelsjoch - Penserjoch - Brenner

Erstellt am 26.06.12 23:11
Modifiziert am 29.6.12 16:48

Vergangen Freitag hat Susanne endlich Ihre rote Beverly bekommen und war überglücklich die Leihbeverly zurückgeben zu können. Wie an anderer Stelle berichtet wurden bei Susannes ursprünglich roter Beverley auf dem Postweg die Fahrzeugpapiere verschusselt! Großzügigerweise hat unser Händler Motobike Körner in Ottobrunn Susanne eine kostenfreie Vorführ-Beverly zur Verfügung gestellt. So dass wir in 4 Wochen gut 2.000 km, aber jeder mit einer eigenen Beverly fahren konnte. Vielen Dank noch Mal an Frau Körner für diesen vorbildlichen, kundenorientierten Service.



Susanne konnte Ihr Glück nicht fassen, dass das Körner Team binnen eines Tages die frisch gelieferte Beverly fahrfertig machen konnten. Ich hatte auch noch Dusel und gerade noch die Zulassung bis 12 Uhr Mittag geschafft.

Am Samstag diskutierten wir dann beim späten, sehr späten Frühstück über die Jungfernfahrt für Lisa, so heiß Susannes neuer Liebling! Und unser Entschluss war schnell gefasst:

Samstag
München - Tegernsee - Achensee - Kühtai - Obergurgl (nördlich vorm Timmelsjoch)
Tourplanung Samstag

Sonntag

Timmelsjoch - Meran - Bozen - Penserjoch - Brenner - München

Wir hatten uns aber zwei Besonderheiten ausgedacht. Im Inntal zwischen Jenbach und Innsbruck wollten wir nicht die übliche Landstraße L171 in Richtung Innsbruck auf der linken Inntalseite sondern über kleinste Sträßchen auf rechten Seite des Inntals bis Innsbruck fahren. Am Sonntag sollte nicht die Autobahn-ähnlich-ausgebaute Schnellstraße von Meran nach Bozen bzw. die nervige Landstraße gefahren werden. Nein, wir planten weit oben über dem Etschtal in den Bergen von Meran aus nach Bozen zu fahren.

Samstag: Gut 250 km von München ans Timmelsjoch

Gegen 14 Uhr schlug ich unser Garagentor zu und es ging mit unserem Beverly-Team, Sophia und Lisa und uns beiden los. Sprit war noch genug bei mir von der letzten Tour drin und Susanne hatte eine fast volle Beverly am Freitag bekommen. Unsere erste Rast sollte wieder mal unser Lieblings Parkplatz am Achensee sein.


Susanne im siebten Beverly-Himmel



Der Parkplatz kurz vor Buchau in Richtung Süden vor einer Linkskurve an der L181 ist immer einen Halt wert. Er ist ausreichend groß, gut zu befahren und bietet immer einen gute Sicht auf den gesamten Achensee.


Vorfreude auf eine Zwei-Tage schöne Rollertour



410 m Höhenunterschied in knapp 4 km - vom Achensee ins Inntal


Kurz nach dem Parkplatz gibt es einige Tankstelle von denen wir eine aufsuchten. Ich war seit dem letzten Tank-Stopp fast 380 km gefahren und meine Sophia gönnte sich genau 12 l Benzin. Dann stürzten wir uns mal wieder vom Niveau des Achensees in 970 m auf 560 Höhenmeter in nicht mal ganz 4 km Wegstrecke nach Jenbach hinab.
Im Inntal fuhren wir dann nur kleine Stra0ßen auf der rechten Inntalseite bis Innsbruck. Kleine Sträßchen schlängeln sich im Inntal und immer wieder höher oben an der Bergflanke, mit genialen Ausblicken ins Inntal bis Innsbruck. nicht ganz so schnell wie auf der großen Landstraße durch Schwaz und Hall aber viel schöner!


Kühtai - das Hochplateau zwischen Inntal und Ötztal in 2.000 m Höhe


Inzwischen war es später Nachmittag und wir freuten uns schon auf das Hochplateau des Kühtai. Erfahrungsgemäß hat man am späteren Nachmittag die meisten Begegnungen mit dem frei-laufenden Weidevieh.


Kühe und Pferde haben hier Vorfahrt



Die ursprüngliche Landschaft mit den frei laufenden Tieren, ein Streichelzoo in XXL, eine meiner Lieblingsgegenden in den Alpen.



Die Tiere suchen gegen Abend Ihren Nachtplatz auf. Jetzt Ende Juni sind die Kälbchen schon richtig groß, trotzdem sind sie meist noch in der Nähe zur Mutter. Einen ängstlichen Eindruck machen aber weder die Jungtiere noch die erfahrenen Alttiere. Alles geht ganz gemütlich zu.



Man muss eigentlich hinter jeder Kurve mit vierbeinigen Verkehrsteilnehmern rechnen. Aber der Weg ist unser Ziel, da bleibt auch mal die Zeit sich von einer Kuh mit warmer, Schlabberzunge abschlecken zu lassen. Naja! Es gibt überall Bäche um den Schlapper wieder los zu werden.



Wir hatten unseren Spaß mit den Tieren und es gibt etliche schöne Fotomotive.



Natur und mit und ohne Beverly.



Inzwischen war es fast 18 Uhr und wir sputeten uns, denn unser geplantes Nachtquartier, die Dorfalm in Obergurgl steuerten wir auf gut Glück an. Das Gasthaus hat wunderschöne Zimmer und eine gute Küche. Nur bei wenigen Gästen macht die Küche schon mal früher am Abend dicht und wir hatten inzwischen gut Hunger.

Auf dem Weg hinab ins Ötztal hatten wir noch schönsten Sonnenschein. Die Straße bietet einem immer wieder tolle Panorama Aussichten ins Ötztal, welches durch den Ötzi in letzter Zeit, man kann sagen berühmt wurde. Im Ötztal auf dem weiteren Weg nach Süden erwischten wir noch einen heftigen Regenschauer bei Sölden wenige Kilometer vor unserem Nachtquartier. Gut, dass dort angekommen der Regen schon vorbei war und wir auch schon fast wieder trocken waren.



Zimmer und Essen kein Problem
konnte ich Susanne melden, nach kurzer Rücksprache mit der Wirtin. Zuerst aber die Roller hinters Haus geschoben, wo bereits 4 weitere Mopeds auf dem großzügig und überdachten Platz standen. Da lacht Bikers Herz wenn die Maschinen so schön und trocken stehen. Unsere Helme noch schnell ans Ladegerät gehängt, die wenigen Sachen ins schöne Zimmer gebracht und dann ab zum Essen.

Sonntag: Gut 350 km vom Timmelsjoch über das Penserjoch nach Hause

Am nächsten Morgen lachte die Sonne wieder und wir wurden von fröhlichen Läuten voin Kuhglocken geweckt. In der Nähe weideten Kühe in der Sonne auf der Bergwiese.



Es ist für uns die schönste Tageszeit an so einem Tourtag, jetzt gibt es noch wirklichen Bergfrieden, keine Autos, keine Mopeds, keine Roller - alles döst noch in den neuen Tag hinein. Wir nicht! Nach dem guten Frühstück freuten wir uns schon auf die Auffahrt.



Unsere beiden Damen war schnell wieder vor die Dorfalm geschoben und einsatzbereit. Direkt vom Gasthof geht es zuerst Richtung Süden dann führt die Straße erst Mal zurück nach Norden bis hinauf zur Mautstation.



Dort entdecken wir dieses Mal zum ersten Mal einen Aussichtspunkt. Eine Plattform führt weit hinaus und man kann einen super Blick in schauriger Höhe nach Süden in Richtung Hochgurgl werfen ...



und nach Norden das Ötztal entlang welches wir am gestrigen Tag durchfahren haben ...



... unsere Selbstportrait Sammlung muss noch erweitert werden ..



Der ganze Bau, in dem die luftige Aussichts-Plattform integriert ist, enthält interessante Tafeln zu historischen Ereignissen rund um das Ötztal. Es wird dabei über einen historischen Augenblick aus 1931 berichtet, dem heute eine ähnliche Bedeutung wie der Mondlandung 1969 beigemessen wird.


Der Stratosphärenflug von Auguste Piccard in fast 16 km Höhe

Am 27. Mai 1931 musste Prof. Auguste Piccard mit seiner Ballon Kapsel notlanden, nach dem er mit seinem Fluggerät eine Höhe von 15.781 m erreicht hatte. Die Spezialkapsel konnte erst ein Jahr später geborgen werden. Eine historische Aufnahme hier in dem Denkmal vermittelt einen guten Eindruck von der Bergung.



Piccard war von Augsburg aus gestartet und stellte mit seinem Luftschiff FNRS-1 den damaligen Höhenrekord für Ballone auf. Piccard und sein Assistent Paul Kipfer waren die ersten Menschen die die Erdkrümmung bei ihrem Flug in die Stratosphäre sehen konnten.


Hier ein Foto von der Kapsel das 1930 vor dem Flug aufgenommen wurde. Diese hatte einem Durchmesser von 2,10 m. Der Ballon hatte ein Volumen von 14.000 m³, wog gut 800 kg und war aus Seide.

Während des Flugs erhitze sich die Kapsel auf über 40°. Außerdem war die Leine zum Ablassen der Gasfüllung verheddert, so dass die beiden Insassen nur warten konnten bis in der Nacht sich der Ballon wieder abkühlte und dann in den Sinkflug überging.

Piccard hatte Augsburg als Startort gewählt, da es von allen Meeren gleich weit entfernt war und dort gegen 4 Uhr morgens gestartet. Damals konnte niemand vorhersagen wie die Luftströmungen in 15 Kilometer Höhe sein würden.

Nach 17 Stunden Flug landete der Ballon auf dem Gletscher bei Obergurgl gegen 21 Uhr. Die beiden Insassen mussten die Nacht auf dem Gletscher verbringen. Die erste Frage von Piccard an die am nächsten Tag herbeigeeilten Bergungsmannschaften war:

"Wo sind wir?"


Einen ausführlichen Bericht mit mehr Fotos findet man bei der SZ: "Ballonpionier Auguste Piccard Der Überflieger" von Stefan Mayr

August Piccard war Schüler von Albert Einstein, Professor für Physik. Sein Sohn Jaques Piccard stellt 1960 den bis heute ungebrochenen Tieftauchen-Rekord mit 10.916 Meter auf.


Die Timmelsjoch-Passstraße

Nach dem wir die Mautgebühr von Euro 24 für zusammen zwei Motorräder gelöhnt hatten und damit zwei weitere Aufkleber erworben hatten , stand einer Weiterfahrt nichts mehr entgegen.


Das Timmelsjoch ist bei den Radrennfahrern sehr beliebt und auch heute quälen sich bereits am frühen Morgen viele östereichische Radler von Österreich und italienische Cyclisti von Italien aus die Passstraße hinauf.

Es ist eine besondere, sportliche Herausforderung die 1.800 Höhenmeter von St. Leonhard bis zur Passhöhe, verteilt auf 30 km Wegstrecke zurück zu legen und dabei sind dann sicherlich die letzten 800 Höhenmeter die sich zuletzt im steilen Berhhang verteilen der besondere Höhepunkt.

Immer wieder werden Radrennen veranstaltet und ein Mal fuhr sogar der "Giro d'Italia" hier eine Etappe.

Die Straße ist für LKW, Anhänger und Busse gesperrt und im Normalfall je nach Wetter- und Schneelage von Mitte Juni bis Mitte Oktober zwischen 7 und 20 Uhr geöffnet und befahrbar.




Die Straße schlängelt sich zuerst noch im Ötztal bergwärts um dann in eine Hochebene abzubiegen. Das ist für mich eine der schönsten Passstraßen.



Über eine weite Strecke sieht man voraus wie sich die Straße immer höher schlängelt. Vor einem immer das Bergmassiv mit der Passhöhe.



Das Timmelsjoch ist Österreichs höchster befahrbarer Straßen Grenzübergang.


Blick zurück ins Ötztal




Die Timmelsjochstraße wurde erst 1968 für den Verkehr freigegeben. Mussolini hatte bereits 1933 die Südrampe bis 2 km unter die Passhöhe gebaut. Die österreichische Nordrampe wurde erst 1955 begonnen und 1959 fertig gestellt.



Ich kann mich noch erinnern, dass es für meine Eltern Ende der sechziger Jahre ein Abenteuer war in einem Ford Taunus 17M im August über die Passhöhe zu fahren.

Damals schneite es und es lag fast ein Meter Schnee, Mitte August. Ich weiß noch, dass damals an der italienischen Grenzstation in 2.500m Höhe ein Fenster sich nur einen Spalt öffnete, eine Hand unwirsch erschien und uns durch winkte. Kein Grenzer wollte bei dem Wetter irgendwelche Urlauber abfertigen und raus aus der sicherlich gut geheizten Stube in die Kälte.

Die österreichischen Beamten hingegen war diensteifriger und harrten bei der Einreise im Schneegestöber aus.



Die Grenzstation gibt es schon lange nicht mehr!

Heute gibt es ein kantiges Gebäude in dem die Jahrhunderte lange Verbundenheit vom österreichischen Tirol im Norden und italienischen Südtirol im Süden des Timmelsjochs dokumentiert wird.



Irgendwie ein Fremdkörper, aber so kantig passt es trotzdem sehr gut in die schroffe Felsenwelt hier oben am Joch.

Nach gut einer Stunde am Joch oben, Eindrücke sammeln, schauen mit anderen Moped und Rollerfahrern plauschen, fuhren wir weiter Richtung Süden über St. Leonhard nach Meran.



Die Südflanke des Timmeljochs ist gänzlich anders, als der österreichische Teil. Der obere Teil windet sich in viel kürzeren Windungen nach unten, dabei hat man immer gute Sicht auf den tief unten liegenden Talgrund.

Nach kurzer Fahrt erreicht man bereits den Teil der Passstraße der sich durch den Bergwald schlängelt. Gerade im Sommer spendet dieser schattige Bereich immer kühlen Schatten. Viele schöne Park- Rast- und Halteplätze laden ein. Heute ziehen sich bereits gegen 10:30 Uhr endlose Kolonnen von Modpeds, Radler und Autos nach oben. Wir haben wieder mal die richtige Richtung, bei uns ist noch alles im grünen Bereich.

Von Sankt Leonhard in Passeir, übrigens der Geburtsort des Freiheitskämpfers Andreas Hofer geht es über eine wunderschöne gut ausgebaute Landstraße zügig nach Meran. Unser nächstes Ziel ist das Penserjoch. Dazu müssen wir nach Bozen. Da gibt es mehrere Möglichkeiten. Zwei davon sind durchs Etschtal ein Mal per autobahnähnlicher Schnellstraße oder die normale Landstraße. Wir wählen die dritte Variante und fahren nach oben und suchen uns unseren Weg nach Bozen weit oben droben. Eine Strecke die gut 25 km länger ist, aber Südtirol in Reinform.

Durch kleine Dörfer, direkt an kleine Höfen vorbei, Weiden mit Haflingern und Kühen - Frühsommer in Südtirol wie es schöner nicht sein kann.




Sorry! Bin noch nicht ganz fertig! Geht in Kürze weiter!

Fotos gibt es aber schon!






Oggi tirata fuori la bestiolina!

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uweber

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Aus: München - Messestadt
Fahrzeug: Peugeot Satelis 500, Aprilia Scarabeo 125
Beiträge: 8

PM an uweber

Kühtai - Timmelsjoch - Penserjoch - Brenner

Erstellt am 27.06.12 21:12

Hallo Susanne, Hallo Ewald,

genau so muß eine Italienerin(die Beverly) ausschau'n!
Eine Italienerin muß für mich rot sein, rot wie Alfa und rot wie Ferrari.

Bei Euren Touren läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Hoffentlich habe ich bald einen Hobel mit dem man auch Alpenpässe fahren kann ohne den Verkehr aufzuhalten.

Ciao
Uwe


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